Sparringturnier für Respekt und Anerkennung! (R.AN!)

Am 02.11.2013 veranstaltete der 1.WABC sein berühmtes Sparringturnier in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Boxverband. Doch diesmal sollte es etwas besonderes werden, denn der 1. WABC führt seit ca. 2,5 Jahren eine Zusammenarbeit mit dem R.AN!-Projekt. R.AN! steht für Respekt und Anerkennung und wird sowohl von der Sportjugend Hessen als auch vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Dieses Projekt soll in Zusammenarbeit mit Sportvereinen dazu dienen, dass das Gedankengut von Rechtsradikalität und Fremdenfeindlichkeit sich nicht weiter ausbreitet und vor allem in Vereinen unter dem Deckmantel des Sports an Jugendliche unbemerkt weitergegeben wird. Wie bereits erwähnt ist die Zusammenarbeit zwischen dem 1. WABC und dem R.AN!-Team schon eine etwas längere Geschichte. Zugegeben es war nicht immer leicht und wie überall gab es auch hier immer wieder Höhen und Tiefen. Letztendlich ist es aber wie man am sehr erfolgreichen Turnierverlauf gesehen hat doch alles sehr positiv gelaufen und man hat gesehen, dass die vielen Treffen nicht umsonst waren.

Doch nun zum eigentlichen Turnier:

Zwischen 9.30 und 10.00 Uhr fanden sich die Vorsitzenden, Trainer sowie die ersten Helfer aus den Reihen des 1.WABC sowie Mitglieder des RAN!-Teams in der Halle ein. Sogleich ging man fleißig an die Arbeit. Man teilte sich in zwei Teams auf: Team eins war dafür zuständig den Ring aufzubauen und Team zwei wurde mit dem Vorbereiten der R.AN! Stationen beauftragt. Natürlich stand man sich hilfreich zur Seite und jeder packte auch mal bei den anderen mit an, wenn es nötig war. Kurz nach 10 Uhr trafen auch schon die ersten Kämpfer ein und das offizielle Wiegen begann. Nach und nach füllte sich die Halle mit Kämpfern. Da es ein Sparringturnier für Teilnehmer war, die wenig Kampferfahrung haben, höchstens einem Kampf, merkte man schnell, wie sich auch die Nervosität ausbreitete, je mehr Teilnehmer eintrafen.

Dank der zahlreichen freiwilligen Helfer vom 1.WABC standen bald die aufgebauten Ringe in der Halle sowie auch die verschiedenen Stationen des R.AN!-Teams im Foyer, welches direkt an die Halle anschließt. Da noch etwas Zeit bis zur offiziellen Eröffnung des Turniers übrig war, wurden die Helfer kurz eingewiesen und man gab schon jetzt den Boxern sowie den Besuchers die Chance sich mit dem R.AN!-Projekt vertraut zu machen. Dazu wurde an alle, die teilnehmen wollten ein Laufzettel verteilt. Dieser Laufzettel beinhaltete mehrere Stationen, die man „abarbeiten“ sollte. Diese setzten sich zusammen aus etwas körperlicher Aktivität, wie Seilhüpfen und auf Pratzen schlagen (jeweils 1 Minute auf Zeit) und mehreren Stationen, an denen man sich mit Respekt und Anerkennung auseinander setzten musste. Hier galt es z. B. mehrere Fragen zu Todesopfern von Rechtsradikalen zwischen den Jahren 1990 – 2010 zu beantworten oder sich mit den teilweise „geheimen“ Symbolen und Codes der rechtsradikalen Szene auseinander zu setzten. So galt es z. B. herauszufinden, was die Zahlen 18 und 88 mit der rechtsradikalen Szene zu tun haben. Lösung (jetzt können wir es ja verraten): Sie stehen als Symbole für die entsprechenden Buchstaben im Alphabet. Die eins ist das A und die acht ist das H, also heißt die 18 AH, also das Akronym für Adolf Hitler und die 88 ist HH, also gleichermaßen das Akronym für Heil Hitler.

Bevor es hier aber zu sehr ins Detail geht, fangen wir erst mal richtig von vorne an:

Nachdem nun die Ringe aufgebaut und alle Stationen und Informationsstände aufgebaut, die teilnehmenden Kämpfer, insgesamt 92 Boxer und Boxerinnen, alle gewogen und bereit waren, sollte das Turnier offiziell eröffnet werden. Die Halle war gut gefüllt, denn fast alle Boxer und Boxerinnen hatten Familienangehörige oder Freunde dabei. Zuallererst begrüßte der hessische Boxpräsident Peter Firner und die HBV-Vertreter (Hessischen Boxverband) alle Anwesenden und gaben das Wort an Angelika Ribler von der Sportjugend Hessen, die zusammen mit Philline Förster und Manfred Eckl den 1.WABC betreuen. Angelika Ribler stellte das R.AN-Projekt vor und erörterte kurz, worum es dabei geht. Es wird vor allem großer Wert darauf gelegt, dass Jugendliche erkennen, dass Rechtsradikalität, wie jede Art von Radikalität, im Leben falsch ist und man lieber gemeinsam und miteinander am Leben teilnehmen sollte. Dies soll auch den Jugendlichen von heute näher gebracht werden und man möchte sie sensibilisieren, dass es auch ein schleichender Prozess sein kann, wenn man in diese rechtsradikalen Kreise abrutscht. Das Tragen von gewissen Marken, auch wenn sie noch so cool aussehen und das hören bestimmter Musik, kann z. B. durch die Schulhof-CD, eine CD die voll ist mit rechtsradikalen Botschaften verpackt in „fast normale“ Musikstücke, kann ein ungewollter Einstieg in die Szene werden. Die rechtsradikale Szene versucht immer mehr mit verdeckten Tricks neue Mitglieder zu finden und dem muss man mit Offenheit, Respekt und Anerkennung gegenüber treten. Deshalb hat die Sportjugend Hessen und das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das R.AN!-Projekt ins Leben gerufen. Es soll vor allem Jugendliche an das Thema ranführen, damit sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Sie sollen sich in „ihren“ Vereinen engagieren und sich gleichzeitig dort aber nicht in falsche Bahnen lenken lassen. Dies wurde nach den Begrüßungsworten von Angelika Ribler noch in einem Kurzfilm dargestellt.

Als nächstes Highlight übernahm Sven Gerich, der Oberbürgermeister von Wiesbaden das Wort. Er bedankte sich für die Einladung und betonte besonders, dass es der richtige Weg ist, den der 1.WABC geht. Alle werden, ohne Ausnahmen, als Mitglieder akzeptiert, egal ob jung oder alt, unabhängig von den jeweiligen Nationalitäten.

Dann übernahm auch Karl-Heinz, unser 1. Vorsitzender, das Wort und bedankte sich beim Oberbürgermeister Sven Gerich für sein erscheinen und auch für die tolle Zusammenarbeit mit dem R.AN!-Team. Nachdem er dem OB Sven Gerich eine kleine Sparringrunde versprochen hat, gab er nun für die Boxer das Turnier frei, die es kaum erwarten konnten loszulegen. Dabei legte er allen nch einmal nahe, sich am R.AN!-Laufzettel zu beteiligen, um das Projekt kennen zu lernen und auch die Möglichkeit zu haben am Gewinnspiel teilzunehmen. Der 1. WABC hat zusammen mit dem R.AN!-Team diverse Preise, wie Boxhandschuhe, Bandagen, Springseile, interessante Bücher und allerlei Kleinigkeiten gesammelt und verloste diese als Preise unter allen, die an dem R.AN-Laufzettel teilnahmen.

Nun fing das Turnier an: Da es ein Sparringturnier für Anfänger mit höchsten einem aktiven Kampf sein sollte, wurden auch einfache Regeln aufgestellt. Die Teilnehmer sollten alle besonders fair und mehr auf Technik, als auf Kraft gerichtet, kämpfen. Unterstützt wurde dies durch die Fairnessregeln, die in Zusammenarbeit zwischen dem 1. WABC und dem R.AN-Team entstanden sind. Ob diese von den Boxern eingehalten wurden, wurde von Richtern am Ring bewertet. Zudem achteten Tanja Biebrich und Haydar Aksünger, die im Rahmen ihre Ringrichterausbildung, als offizielle Ringrichter im Ring die Kämpfe leiteten, dass besonders kollegial und mit Disziplin geboxt wird. Zudem wurden 16 OZ Handschuhe angewendet und das Turnier stand unter ärztlicher Aufsicht. Alle boxten sehr fair und so mussten nur ein bis zwei Kämpfe, wegen zu viel Härte abgebrochen werden, was allerdings eher auf zu viel Aufregung zurückzuführen ist. Da es ein Sparringturnier für Boxerinnen und Boxer mit sehr wenig Erfahrung war, wurden immer beide Kämpfer als Sieger geehrt. Dies kam auch den R.AN!-Projekt zu gute, bei diesem alle Menschen als gleich gut angesehen werden.

Während in der Halle schweißtreibend und ehrenhaft geboxt wurde, wurde im Foyer der Schule fleißig am Laufzettel gearbeitet. Seilhüpfen, Pratzen schlagen, Geschichten über Todesopfer von Rechtsradikalen lesen und sich mit einer selbsterstellten Sprechblase fotografieren zu lassen zählten zu den zahlreichen Stationen. Auch ein persönliches Gespräch mit Shams, unserem Trainer der Jugendlichen, der von Anfang an im R.AN!-Projekt mitgearbeitet hat und Manfred Eckl von der Sportjugend Hessen gehörten dazu. So sollte sichergestellt werden, dass alle, die teilnehmen, sich auch wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Der Zulauf war wirklich groß, sowohl die Boxerinnen und Boxer als auch die Besucher des Turniers nahmen teil und füllten den Laufzettel fleißig aus.

Am Ende des Nachmittags war es dann so weit, kurz vor dem letzen Kampf wurde das Turnier unterbrochen, um die Preise unter den Teilnehmern zu verlosen. Es gab viele glückliche Gewinner und alle freuten sich über die tollen und nützlichen Preise. Alle die keinen Preis gewonnen haben, haben an Erfahrung im Ring gewonnen und zudem noch vieles aus dem R.AN-Projekt mitgenommen.

Sowohl die Teilnehmer als auch die Veranstalter waren sehr zufrieden mit dem Verlauf des Sparringturniers und freuen sich, um diese Erfahrung reicher zu sein.

 

Mit sportlichen Grüßen

Euer Pressewart

Robert Ratajczak

TRAINING FÜR UNSERE JUGEND

Ab November 2013 wird jeweils am Dienstag von 18.00 – 19.00 für unsere Jugendlichen (bis zum 18. Lebensjahr) ein spezielles Training stattfinden. Ich bitte alle Jugendlichen, die das Boxen erlernen wollen, hier teilzunehmen. Das erste Training findet am Dienstag, den 05. November 2013 statt.